Frédéric Vosgröne: Die Herkunft des MMA-Kämpfers mit dem Spitznamen Neandertaler

Frédéric Vosgröne, deutscher Mixed-Martial-Arts-Kämpfer im Halbschwergewicht

Frédéric Vosgröne, deutscher MMA-Kämpfer im Halbschwergewicht, wurde 1996 in Düsseldorf geboren und wuchs zeitweise in einem Kinderheim auf, nachdem seine an Depressionen erkrankte Mutter früh verstarb. Heute lebt er im nordrhein-westfälischen Mettmann nahe dem Neandertal, was neben seinem markanten Erscheinungsbild auch seinen bekannten Spitznamen erklärt.

Kindheit zwischen Düsseldorf und dem Heim

Frédéric Leonhard Vosgröne kam 1996 in Düsseldorf zur Welt. Seine Kindheit war von schwierigen familiären Umständen geprägt, über die er erst Jahre später öffentlich sprach.

Der frühe Tod der Mutter

Vosgrönes Mutter litt an Depressionen und starb, als er noch jung war. In der Folge verbrachte er drei Jahre in einem Kinderheim, eine Zeit, die er selbst als prägend, aber nicht als zerstörerisch beschreibt. Nach eigener Aussage lehrte ihn diese Phase, dass man kämpfen muss, wenn man nichts hat.

Der Vater in Frankreich

Zu seinem Vater, der in Frankreich lebt, besteht laut Vosgröne weiterhin Kontakt, wenn auch ein distanziertes Verhältnis. Die familiäre Verbindung nach Frankreich erklärt zudem seine Grundkenntnisse der französischen Sprache.

Vom Neandertal zum Spitznamen einer ganzen Kampfsportkarriere

Vosgröne lebt heute in Mettmann, nur wenige Kilometer vom historischen Fundort des Neandertalers entfernt.

Herkunft des Spitznamens

Sein Spitzname “der Neandertaler” entstand aus der Kombination seines Wohnorts nahe dem Neandertal mit seinem markanten, kraftvollen Erscheinungsbild. Vosgröne selbst geht humorvoll mit dem Namen um und hat ihn längst zu einem festen Bestandteil seines öffentlichen Auftretens gemacht.

Viraler Moment als Wendepunkt

Bei seinem Debüt für die MMA-Organisation Oktagon MMA am 5. April 2025 gegen den Franzosen Jorick Montagnac sorgte eine ungewöhnliche Szene für Aufsehen, als sich Vosgröne sichtbar am Bein seines Gegners festklammerte. Der Moment verbreitete sich rasant in sozialen Medien und machte ihn über die MMA-Szene hinaus bekannt. Sein Instagram-Account wuchs binnen zwei Monaten von rund 9.000 auf über 430.000 Follower, mehr als bei jedem anderen deutschen MMA-Kämpfer.

Vom Judo über Brazilian Jiu-Jitsu zum Profikämpfer

Die sportliche Laufbahn von Vosgröne begann nicht direkt im MMA, sondern über einen anderen Kampfsport.

Erste Schritte im Judo und Wechsel zum MMA

Seine ersten Berührungspunkte mit dem Kampfsport hatte Vosgröne im Judo. Mit 16 Jahren entdeckte er durch die UFC seine Leidenschaft für MMA. Um sein Brazilian Jiu-Jitsu zu perfektionieren, verbrachte er fünf Jahre in England, bevor er nach Düsseldorf zurückkehrte, um Profi zu werden.

Internationale Erfolge im Grappling

Vosgröne erreichte im Brazilian Jiu-Jitsu bedeutende internationale Erfolge, darunter eine Bronzemedaille bei der No-Gi-Weltmeisterschaft 2022 der IBJJF sowie eine Silbermedaille bei der No-Gi-Europameisterschaft 2024. Sein Profidebüt im MMA gab er am 30. Mai 2021 und gewann seither alle seine Kämpfe durch Aufgabe des Gegners.

Karriereziele und aktuelles Umfeld

Trotz wachsender Bekanntheit bleibt der sportliche Erfolg für Vosgröne nach eigener Aussage im Mittelpunkt.

Fokus auf Disziplin statt mediale Aufmerksamkeit

Vosgröne betont wiederholt, dass Ruhm und Geld niemals das Training ersetzen dürften. Trotz eines für Kampfsportler vergleichsweise geringen Honorars pro Kampf und wiederkehrender Verletzungen wie gerissener Kreuzbänder verfolgt er konsequent das Ziel, Champion bei Oktagon MMA zu werden und perspektivisch den Sprung in die UFC zu schaffen.

Vorbilder und Antrieb

Als sportliche Vorbilder nennt Vosgröne die MMA-Kämpfer Khabib Nurmagomedov und Jon Jones sowie den ehemaligen Boxweltmeister Mike Tyson, den er wegen dessen mentaler Stärke schätzt. Als härtesten bisherigen Gegner bezeichnet er Jorick Montagnac, gegen den er sein Oktagon-Debüt gewann.

By Tobias Renner

Tobias Renner verantwortet die Berichterstattung über Sportpersönlichkeiten — von Fußballstars und Tennisspielern bis hin zu Athleten aus Randsportarten. Er studierte Sportjournalismus in Köln und war anschließend für mehrere deutsche Sportmedien tätig, wo er über Bundesliga, Wimbledon, Champions League und Olympische Spiele berichtete. Bei Magazin Cocktail beleuchtet er das Leben der Sportgrößen abseits des Spielfelds — ihre Familien, Karriereentscheidungen und öffentlichen Auftritte.