Wenn man die neue Single Behind the Cow
hört, wird eines ganz schnell klar: Das können nur Scooter mit ein
paar Anleihen von The KLF
sein. chexx-Mitarbeiter
Oliver Franke sprach mit Scooter-Frontmann H.P. Baxxter über das
neue Album, deren Pläne und wie es zu der Zusammenarbeit mit Fatman
Scoop kam. 
COCKTA!L Behind the Cow
ist die erste
Single-Auskopplung eures neuen Albums und wieder ein ziemlich
verrückter Titel. Gibt es musikalische Neuerungen?
H.P. Baxxter Klar behalten wir unseren
typischen Scooter-Style bei, das ist ja auch unser Markenzeichen,
aber unsere Musik entwickelt sich selbstverständlich trotzdem
weiter. Früher hätten alle aufgeschrieen, wenn wir einen Song mit
einem Hip-Hopper gemacht hätten. Heute wissen sie, dass es einfach
funktioniert: Scooter-Beats, Killer-Sounds und die
charakteristischen Shouts. Und kein geringerer als Fatman Scoop
rappt im Break - das wäre vor fünf Jahren nicht möglich gewesen.
Das ist einfach ein Zeichen der Zeit und das ist eben auch unser
Ziel - Songs zu produzieren, die den Scootersound haben, aber auch
immer möglichst nah am Puls der Zeit sind. Diesem Motto treu ist
Behind the Cow
. Ein Stück, daß wieder richtig nach
vorne geht - aber auf dem Album haben wir noch einige
Überraschungen parat.
COCKTA!L Wie kam es zu der Koop mit Fatman Scoop?
H.P. Baxxter Grundgedanke für Behind the
Cow
war die Kombination unseres Styles mit Hip Hop Sounds.
Für die Umsetzung musste dann ein richtig großer Name her, sonst
hätte das unserer Meinung nach keinen Sinn gemacht, da beide Parts
von unseren Fans anerkannt werden sollen. Michael meinte dann:
Fragen wir doch Fatman Scoop - bei Ihm geht es doch genauso
ab wie bei unseren Songs.
Dann ging das Ganze sehr schnell.
Scoop war sofort begeistert von unserer Idee! Wer weiß, vielleicht
machen wir in Zukunft noch mal etwas zusammen, das hat einfach
gestimmt.
COCKTA!L Das Video zur Single wurde im Bollywood-Stil in Indien gedreht. Wie war der Dreh?
H.P. Baxxter Zur ersten Singleauskopplung
unseres neuen Albums musste einfach wieder ein Kracherclip her! Wir
wollten es unbedingt mit unserem Haus- und Hof-Regisseur Michael
Menke drehen, der vorher schon einige Videos mit uns produziert
hat. So kamen wir auf Indien, was für uns Europäer schon wirklich
eine komplett andere Welt ist. Wir hatten teilweise 400 Darsteller
am Set, da kam oft der Eindruck auf, wir wollten Ben
Hur
nachdrehen. Aber solche Szenen gehören in Indien in den
Bollywood-Studios einfach dazu. Wir brauchten mehrere Drehtage, um
alles auf den Punkt zu bringen. Die Idee mit der bemalten Kuh
konnten wir nun endlich mal in einem Video umsetzen - das ist so
eine fixe Idee, auf die uns vor langer Zeit mal ein Fan gebracht
hat.
COCKTA!L H.P., wie war es für Dich, The
Dome
zu moderieren? Würdest Du gerne mehr im
Moderationsbereich machen?
H.P. Baxxter Bei The Dome
gehören
wir mit Scooter ja fast schon mit zur Crew - wir waren innerhalb
der letzten zehn Jahre, in denen The Dome
besteht,
bei fast jeder Show mit einer Performance dabei. Aber trotzdem war
es für mich Neuland, eine komplette Moderation zu übernehmen. Im
Vorfeld bespricht man natürlich alles und wir konnten auch eigene
Ideen einbringen. Im Nachhinein war es wirklich eine
Herausforderung, weil es in dieser Art eine absolute Premiere für
mich war. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, aber auf der Bühne
mit unserer Show fühle ich mich schon wohler. Ich könnte mir aber
vorstellen, so etwas irgendwann noch mal zu machen.
COCKTA!L Axel Coon stieg aus und JayFrog kam als
Scooter-Neuzugang in die Band. Du hast einmal gesagt: Im
Prinzip tauschen wir alle vier Jahre ein Bandmitglied aus
.
Jetzt ist an Stelle von Jay Frog Michael Simon bei Scooter. Waren
die vier Jahre um?
H.P. Baxxter Ihr habt vergessen zu sagen, dass
dieses Prinzip immer nur für den dritten Mann gilt! Nein, im Ernst
ist es natürlich nichts, was wir planen oder wofür wir eine Eieruhr
stellen. Es ist einfach ein natürlicher Gang im Leben. Manchmal
möchte sich jemand mehr eigenen Dingen in der Musik widmen oder man
merkt, dass man nicht mehr zusammen passt. Das ist ja ganz normal -
dann bespricht man das und sagt, was Sache ist. Wir schmeißen also
niemanden prinzipiell nach vier Jahren aus der Band. Jay macht
jetzt mehr eigene Sachen und wir sind natürlich noch im Kontakt -
das mit den vier Jahren ist einfach Zufall. 
COCKTA!L Wie hat sich Michael Simon bei Scooter eingelebt?
H.P. Baxxter Hervorragend! Michael hat sich schnell integriert und man merkt, dass er gerade im Produktionssektor sehr gut mit uns harmoniert. Klar hatte er bei unseren ersten gemeinsamen Konzerten noch ziemliches Lampenfieber, weil er dort ins kalte Wasser geworfen wurde und es in unseren Live-Shows ja richtig abgeht! Aber auch dort sind wir mittlerweile ein eingespieltes Team.
COCKTA!L Ist auch wieder eine Tour geplant?
H.P. Baxxter Ja, die wird es geben. Allerdings erst im Frühjahr 2008. Dieses Jahr werden wir im Sommer auf einigen Festivals im In- und Ausland auftreten.
COCKTA!L Das neue Scooter-Album heißt The ultimate
aural Orgasm
. Was macht den besagten Hörorgasmus aus?
H.P. Baxxter Natürlich haben wir den Albumtitel
bewusst gewählt. Auch, um damit Aufsehen zu erregen. Klingt doch
das englische Aural
phonetisch ziemlich ähnlich wie
Oral
, und Orgasm
tut sein übriges. Ganz
so einfach machen wir es uns aber dann doch nicht. Der Albumtitel
soll auch kommunizieren, was der Hörer mit dem Kauf unseres Albums
erwarten kann. Wir haben mit dieser Aussage die Messlatte
frühzeitig ziemlich hoch gelegt, obwohl der Albumtitel schon seit
geraumer Zeit feststand. Nur so konnten wir alles aus uns
herausholen und unseren eigenen Ansprüchen und im Endeffekt auch
denen der Fans entsprechen.
COCKTA!L Nach Eurem letzten Album, der äußerst erfolgreichen Tour 2006 mit darauf folgender Live DVD und CD, hätte man eine kreative Pause von Scooter erwartet. Und schon einige Monate später bringt ihr gleich ein neues Album heraus. Werdet ihr denn gar nicht müde?
H.P. Baxxter Wir sind ja nicht erst seit
gestern auf der Bühne. Den Rhythmus zwischen Konzerten, TV-Shows
und Studio kennen wir ja, das ist nichts Neues. Sicher ist es
manchmal anstrengend, aber müde werden wir deshalb noch lange
nicht. Es ist ja auch immer etwas anderes und Routine in dem Sinne
kommt nicht auf. Jeder Auftritt, jede Show und jede Tour ist anders
- und man sammelt das ganze Jahr über kreative Ideen, die dann in
die Albumproduktion einfließen. Wenn wir auf der Bühne stehen und
das Publikum nach vorne peitschen ist es einfach ein gutes Gefühl,
das gibt einem wieder Kraft zurück. Die Rolling Stones sind uns
sicher ein wenig voraus (lacht), aber wir planen eigentlich nicht
Jahre voraus - wir geben einfach immer unser Bestes! 
COCKTA!L Was macht mehr Spaß: das Produzieren im Studio oder auf Tour zu sein und eure Songs live zu performen?
H.P. Baxxter Das kann man nicht so pauschal beantworten - wenn es um den reinen Spaßfaktor geht, sind es natürlich Touren und Live-Auftritte, weil wir dann Face-to-Face mit unseren Fans sind und direktes Feedback bekommen. Nach dem Auftritt ziehen wir immer noch ein wenig um die Häuser, um etwas von der Stadt mitzubekommen in der wir gerade sind. Das ist also jedes Mal ein fester Bestandteil und oft haben wir dabei auch neue Ideen gesammelt. Es ist aber auch ein gutes Gefühl, wenn unsere Produktionen bei den Fans ankommen. Wir bekommen da übrigens viel Feedback über unsere Homepage und über unsere Seite bei Myspace. Ist schon genial, wenn man weltweit mit den Fans in direktem Kontakt steht - das macht auch Spaß!




















